Iran-Krieg

Was er für Wirtschaft und Versicherungen in Europa bedeutet

Raketen im Nahen Osten – und die Folgen reichen bis nach Europa. Ölpreise, Lieferketten, Cyberrisiken und Reiseversicherungen geraten unter Druck. Wir schauen uns genauer an, was das jetzt für Märkte, Unternehmen und Versicherte heißen kann.

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04.03.2026
Die eskalierende Situation im Iran ist für uns in Deutschland kein weit entferntes geopolitisches Ereignis. Das ist kein Konflikt, der „irgendwo anders“ passiert. Der Krieg betrifft Energiepreise, Finanzmärkte, Logistik und die Sicherheitslage in Europa direkt. Wie stark die Folgen am Ende ausfallen, hängt davon ab, wie lange der Konflikt andauert – und ob weitere Angriffe, Sabotageakte oder Blockaden folgen. Je länger das Ganze geht, desto größer wird der wirtschaftliche Druck.
Öl, Inflation, Märkte – der wirtschaftliche Druck steigt

Unmittelbar nach den Angriffen stieg der Preis für Brent-Rohöl deutlich an. Brent ist keine „Marke“, sondern eine der wichtigsten Rohöl-Referenzsorten weltweit. An diesem Preis orientieren sich große Teile des globalen Ölhandels. Warum reagiert der Markt so sensibel? Wegen der Straße von Hormus.

Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Durch sie wird ein erheblicher Teil des weltweiten Erdöls transportiert – Schätzungen gehen von rund 20 Prozent des global gehandelten Öls aus. Wenn diese Route blockiert oder militärisch unsicher wird, betrifft das sofort den Weltmarkt. Europa bezieht zwar nicht den Großteil seines Öls direkt aus dem Iran. Aber Öl ist ein global gehandelter Rohstoff. Wenn Angebot wegfällt oder Transport riskanter wird, steigen die Preise weltweit – auch hier. Und das heißt: höhere Energiepreise.

Höhere Energiepreise bedeuten wiederum steigende Produktions- und Transportkosten. Unternehmen zahlen mehr für Strom, Treibstoff, Logistik. Diese Kosten landen am Ende in Produkten, Dienstleistungen – und auch in Schadenkalkulationen. Reparaturen, Ersatzteile, Baukosten, Transporte: All das hängt also indirekt am Ölpreis. Steigen die Ölpreise dauerhaft, steigt der Kostendruck und damit auch der Inflationsdruck.

An den Finanzmärkten zeigt sich ein gemischtes Bild. Ölkonzerne profitieren, andere Branchen geraten unter Druck. Der DAX reagierte zeitweise mit Verlusten, und Gold wird wieder stärker nachgefragt – klassisch als „sicherer Hafen“. Für Versicherer ist das nicht nebensächlich, denn sie legen einen großen Teil der Beiträge am Kapitalmarkt an. Dort erzielen sie Rendite – also Erträge, mit denen sie Schäden bezahlen und langfristig stabil bleiben. Wenn die Märkte stark schwanken oder einbrechen, werden diese Erträge unsicherer oder fallen niedriger aus. Und genau das kann mittelfristig Einfluss auf die Beitragskalkulation haben.

Transport & Lieferketten: War-Risk wird wieder Thema

Auch für deutsche Reedereien sieht es aktuell alles andere als entspannt aus. Mehrere große Schiffsversicherer haben sogenannte War-Risk-Deckungen für iranische Gewässer eingeschränkt oder gekündigt. Diese Policen decken Schäden durch kriegsähnliche Ereignisse im Seeverkehr ab.

Fallen solche Deckungen weg oder werden sie massiv teurer, bedeutet das höhere Prämien oder im Extremfall fehlender Versicherungsschutz für Reedereien. Und wenn eine sichere Transportroute ausfällt oder deutlich teurer wird, steigen die Risiken in Transport- und Lieferkettenversicherungen und damit der Druck auf Unternehmen automatisch mit.

Und dann wären da noch die Kredit- und Warenkreditversicherungen, die Zahlungsausfälle und politische Risiken neu bewerten müssen. Denn Exportgeschäfte – etwa Maschinen oder Chemieprodukte in den Iran – liegen faktisch auf Eis.

Cyber, Terror, Sicherheit – neue Prüfsteine für Policen

Kritische Infrastrukturen wie Energieversorger, Banken oder Börsen gelten laut Sicherheitsbehörden als potenzielle Ziele neuer Angriffe. Neben klassischen Terrorrisiken rückt jetzt vor allem die Cybergefahr stärker in den Fokus. Für Unternehmen wird damit eine zentrale Frage wieder akut: Greift meine Cyberversicherung im Ernstfall?

Viele Policen enthalten Kriegsausschlüsse. Das ist Standard in vielen Versicherungsbedingungen. Problematisch wird es bei der Abgrenzung, wann ein Cyberangriff als „kriegerischer Akt“ gilt. Genau diese juristische Frage entscheidet im Zweifel darüber, ob Versicherungsschutz besteht oder nicht. Auch spezielle Terrorversicherungen – etwa über staatlich unterstützte Modelle – könnten stärker nachgefragt werden, wenn sich die Sicherheitslage weiter zuspitzt.

Reiseverkehr: Was jetzt versichert ist – und was nicht

Neben der Lahmlegung von Schifffahrtsrouten ist auch der Luftraum über Teilen des Nahen Ostens massiv betroffen. Flughäfen sind geschlossen, Flüge gestrichen, tausende Reisende sitzen fest. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), also der Branchenverband der Versicherer in Deutschland, weist deshalb darauf hin, Reiseversicherungen vor Abreise doppelt genau zu prüfen.

Wichtig ist nämlich folgende Unterscheidung:

Eine Reiserücktrittsversicherung leistet in der Regel nur bei klar definierten persönlichen Gründen – zum Beispiel einer unerwarteten schweren Erkrankung, einem Unfall oder einem anderen versicherten Ereignis. Ein Rücktritt wegen einer sich verschlechternden Sicherheitslage oder wegen eines Kriegs ist nach GDV-Angaben normalerweise nicht abgedeckt.

Bei Pauschalreisen kann es anders aussehen. Treten am Urlaubsort „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auf, die die Reise oder den Aufenthalt erheblich beeinträchtigen, ist eine kostenfreie Stornierung grundsätzlich möglich. Entscheidend ist auch hier: Wann wurde gebucht – und wann sind die Umstände eingetreten?

Eine Reiseabbruchversicherung übernimmt typischerweise Mehrkosten, wenn ein versichertes Ereignis – etwa Krankheit oder Unfall – eine vorzeitige Rückreise erzwingt. Rein politische oder militärische Risiken ohne ein solches Ereignis sind meist nicht versichert.

Deshalb ganz klarer Appell: Wer aktuell eine Reise geplant hat, sollte sich umgehend informieren und alle Bedingungen im Detail prüfen, bestenfalls gemeinsam mit dem Versicherer oder Vermittler:in sprechen. Und gegebenenfalls das Reisebüro kontaktieren – nicht abwarten.

Migration & gesellschaftliche Spannungen

Sollte sich der Konflikt weiter ausweiten, rechnen Beobachter:innen mit möglichen neuen Fluchtbewegungen. Das hätte nicht nur humanitäre, sondern auch weitere politische und wirtschaftliche Auswirkungen auf Europa. Parallel kommt es weiterhin zu verstärkten Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, was ebenfalls Risikoeinschätzungen ändert – etwa bei Veranstaltungsversicherungen oder im Bereich öffentlicher Sicherheit.

Unterm Strich: Ein Krieg im Nahen Osten bleibt nicht regional. Er wirkt über Energiepreise, Lieferketten, Finanzmärkte und Sicherheitsfragen bis nach Europa – und direkt in Kalkulationen und Bedingungen der Versicherer hinein.

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